Abicht Führ

Der Notar

Der Notar übt eine Tätigkeit aus, die schon in grauer Vorzeit bekannt war. Ausgehend vom ägyptischen Urkundenschreiber über den römischen Schnellschreiber, notarius geheißen, und den Gerichtsschreiber der fränkischen Zeit schuf die durch den Reichstag zu Köln am 8. Oktober 1512 verabschiedete Kaiserliche Notariatsordnung die erste geschlossene Kodifikation des Notariatswesens auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

Dem folgten zahlreichen Partikularregelungen durch einzelne Territorialherrscher des Reichs, z. B. im Rheinland des beginnenden 19. Jahrhunderts durch Napoleon, bis die Reichsnotarordnung vom 13. Februar 1937 erstmals seit dem späten Mittelalter wieder eine einheitliche Notariatsverfassung für Deutschland schuf.

War zunächst wichtigste Voraussetzung für die Tätigkeit des Notars, dass er des Schreibens kundig war, trat im Lauf der Zeit als weitere Voraussetzung die Rechtskundigkeit hinzu. Erschöpfte sich die Funktion notarieller Tätigkeit zunächst in der Beweissicherung, trat im Lauf der Zeit die Rechtssicherheit der Gestaltung der Rechtsverhältnisse hinzu.

Unabhängig von seiner langen Tradition ist das Notariat durch die Zeiten jung geblieben, war es doch immer in die jeweilige Rechtsordnung eingebunden, aus der heraus es wirkte, und damit auch in die jeweilige Gesellschaftsordnung, in der es wirkte. Und so zeigt sich auch das Notariat unserer Tage auf der Höhe seiner Zeit, fernab jeder Verstaubtheit und Selbstgenügsamkeit, der Gegenwart verpflichtet und der Zukunft zugewandt.

Die Notare